Arten von Video on Demand

Bei der einfachen Bezeichnung Video on Demand geht häufig verloren, dass es sich eigentlich um eine Technologie mit verschiedenen Umsetzungen handelt. Mit einem Überblick über die gängigsten Varianten soll es Ihnen leichterfallen, das Angebot der einzelnen VoD-Anbieter zu verstehen und sich gezielt zu entscheiden.

Transactional Video on Demand (TVoD)

TVoD ist ein exakter Abrechnungsmodus für alle Filme und Serien, die Sie bei Ihrem Anbieter tatsächlich streamen bzw. downloaden. Die Variante ist aus früheren Jahren noch unter der Bezeichnung Pay-per-view bekannt, der Internetnutzer erwirbt in diesem Fall die Nutzungsrechte für explizit von ihm ausgewählte Medien. Für diese Form der Nutzung von Video on Demand rufen Sie die gewünschten Filme und Serien einzeln auf und bezahlen diese entsprechend, was einen sinnvollen Modus für die gelegentliche VoD-Nutzung darstellt.

Subscription Video on Demand (SVoD)

Im Vergleich zum TVoD kommt es beim SVoD nicht zu einer exakten, sondern pauschalen Abrechnung. Die Variante ist mit einer Flatrate aus Internet oder Mobilfunk zu vergleichen, da der Nutzer für einen festen Betrag pro Woche oder Monat die Nutzungsrechte für die gesamte Onlinevideothek erwirbt. Im Rahmen des Abrechnungszeitraums besteht somit die Möglichkeit zur unbegrenzten und legalen Nutzung aller präsentierten Medieninhalte. Diese Form der Abrechnung bietet sich für echte Film- und Serienfans an, die viele Stunden in der Woche mit dem Anschauen dieser Medien verbringen und für sämtliche Einzelaufrufe mehr Geld bezahlen müssten.

Unabhängig von der Entscheidung für TVoD oder SVoD gibt es eine weitere Wahlmöglichkeit, die sich auf den Zeitpunkt der Verfügbarkeit der gewünschten Filme und Serien bezieht.

Hierbei haben sich drei Varianten etabliert:

True VoD:

Diese Variante entspricht dem eigentlichen Gedanken des „Videos auf Abruf“, ist vom Anbieter allerdings technisch am kompliziertesten umzusetzen. Der Livestream der gewünschten Filme oder Serien kann zu jedem vom Kunden gewünschten Zeitpunkt begonnen werden, zeitliche Einschränkungen für die Wiedergabe sind nicht zu fürchten.

Near VoD:

Bei dieser Art, die auch Video-near-Demand genannt wird, ist das Streamen nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt, sondern in bestimmten Zeitabständen möglich. Diese sind so gestaltet, dass bei Interesse an einem bestimmten Film oder einer Serie maximal eine Wartezeit von fünf oder 15 Minuten verstreicht, bis der Stream neu beginnt. Diese Variante ist für den VoD-Anbieter einfacher umzusetzen, da er nicht explizit auf die Anforderung einer Wiedergabe warten muss, sondern die entsprechenden Streams einfach in festen Zeitabständen neu starten kann. Solange ein Anbieter vergleichsweise kurze Wartezeiten bis zum nächsten Start angibt, fällt der Unterschied zum True-VoD kaum auf.

Push VoD:

Die Push-Variante funktioniert grundsätzlich anders, da sie nicht über den Livestream der Medieninhalte abläuft. Stattdessen kommt es zu einem Download der Mediendatei, die vor dem Betrachten komplett auf die Festplatte des Nutzers gebracht werden muss. Die Nutzungsrechte werden hier ähnlich einfach wie beim Streaming verteilt, nach Ablauf der vereinbarten Zeitspanne lässt sich die Datei nicht mehr öffnen bzw. wiedergeben. Für viele Nutzer wirkt Push-VoD umständlich, dennoch hat diese Art einen unschlagbaren Vorteil. Mit ihr können Internetnutzer selbst mit einer niedrigen Bandbreite vom Angebot einer Onlinevideothek profitieren, da die Filme und Serien drucklos ohne den Echtzeit-Charakter eines Streams heruntergeladen werden.